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Ein Stimmen-Klangteppich breitete sich am Samstag in der Aescher Löhrenackerhalle aus. Das vierte Regionale Sängertreffen war erneut ein riesiger Erfolg.

Geschätzte 520 Stimmfreudige in 23 Frauen-, Männer- und gemischten Chören aus beiden Basler Halbkantonen und dem Schwarzbubenland boten während sie­ben Stunden Gesangskunst vom Feins­ten. Die intensiven Proben für die rassi­gen, besinnlichen und fröhlichen Wei­sen haben sich bei allen Mitwirkenden gelohnt.
 
Der Höhepunkt – auf das Mammut­konzert bezogen – soll der Volksmei­nung gemäss immer zuletzt kommen. In Aesch war das ein wenig anders, denn die phänomenalen «Männerstimmen Basel», ein Chor von ehemaligen Schü­lern der Knabenkantorei, liess die Leuteunübertreffliche Harmonie und ein ge­höriger Charme charakterisierten den Auftritt – und das in Klamotten aus den fünfziger Jahren des vorigen Jahrhun­derts. Die Kehlkopfartisten von Format zelebrierten unter anderem das von ih­nen kreierte Basel-Lied. Die Hommage an die Rheinstadt rührte sogar einge­fleischte Baselbieter und Sänger aus dem Dorneck-Thierstein wie auch das Publikum. Der Vizedirigent der munte­ren Truppe, David Rossei, zeigte sogar seinerseits eine eigenwillige Choreogra­phie und erhielt Sonderapplaus. In der vergangenen Woche sind die «Männer­stimmen» in Mazedonien am renom­mierten Ohrid Choir Festival mit dem zweiten Preis ausgezeichnet worden. Sie erhielten dazu noch den Spezialpreis für die beste Darbietung eines zeitgenössi­schen Werks Eric Whitacres, «Lux Au­rumque » («Licht und Gold»).

Nicht vor Ehrfurcht erblasst
Mit den jungen Bassisten, Tenören und Baritonen aus Basel gleichzuziehen, das war in Aesch unmöglich. Denn in den vielen Chören singen ausschliesslich Amateure. Und sie alle haben ein be­achtliches Niveau erreicht. Seis die Chorgemeinschaft Gempen-Hochwald oder der frisch-fromm-fröhliche Seemannschor aus Reinach wie auch der Frauenchor Münchenstein. Zur Hoch­form aufgelaufen, pardon, bis zum ho­hen C vorgedrungen, sind die Choristen aus Aesch. Ihnen haftete, wie (beinahe) der Mehrheit der männlichen Lebewe­sen, ein Machogehabe an. Und das brachten sie unter der straffen Führung von Anita Schönenberger zur Erheite­rung der weiblichen Teenager und der bestandenen Frauen im Saal mit einem Lächeln dar. Für den Männerchor Ar­lesheim jedoch, bei welchem die viel be­achteten Carmina-Burana-Konzerte vom vorletzten Wochenende noch in den Kehlen präsent sind, war das Lied «Männer mag man eben» Ausdruck von Lebensfreude und der Lust am Singen. Beinahe wären die Männer aus der Domgemeinde nicht mehr vom Podest heruntergeklettert. Eine Zugabe jedoch versöhnte die inzwischen etwas gelich­teten Reihen. Und beim Verlassen der Aescher Concert Hall verharrten sie noch ein paar Minuten, um erneut den «Männerstimmen» zu lauschen, welche bei den Musiksachverständigen sicher noch lange nachklingen.

Übrigens: Alle Chöre benötigen Ver­stärkung. Am Samstag wurde dafür beste Werbung betrieben. Infos auf den Home­pages der Gemeinden in der Region.

Regina Erb